Das große Krabbeln (in unseren Körpern)

public domain Wir müssen reden. Über Parasiten. Und zwar solche, die sich im menschlichen Körper einnisten. Spoiler: Es wird echt eklig.

Neulich erzählte ein Freund Gruseliges: In Afrika gebe es Spinnen, die ihre Eier unter der Haut des Menschen ablegten, damit sich die Babyspinnen nach dem Schlüpfen vom Fleisch ernähren können und langsam heranwachsen.
Die gute Nachricht lautet: Diese Spinnenstory ist Quatsch, Spinnen tun so etwas nicht. Die schlechte Nachricht: Andere Tiere tun so etwas sehr wohl. Und das ist nicht schön.
Schmarotzer unterscheidet man grundsätzlich in Ekto- und Endoparasiten. Zu Ersteren zählen zum Beispiel Stechmücken oder Zecken, und wir empfinden sie allgemeinhin als weniger arschig, weil sie zwar unser Blut absaugen, aber wenigstens draußen bleiben aus unseren Körpern. Als völlig inakzeptabel gelten dagegen die Endoparasiten: Tiere, die nicht respektieren, dass der menschliche Körper kein Wohnraum ist. Endoparasiten gehen gar nicht.
Nach einem Urlaub in Belize bekam ein US-Bürger fünf Beulen auf dem Kopf. Sie wuchsen und wuchsen, und irgendwann bemerkte der Mann, dass die kleinen Hügel sich auch noch bewegten. Ein Arzt öffnete die Haut, und siehe da: In dem armen Menschenkopf steckten fünf Larven der Dasselfliege. Die vermehrt sich, in dem sie ihre Brut im Flug auf Wirtstiere abwirft – und zwar gezielt in die Körperöffnungen rein, entweder in die Nasenlöcher oder Augen. Je nach Unterart entwickeln sich die Larven dann in der Nasenschleimhaut, im Rachen oder eben irgendwo sonst im Körper direkt unter der Haut. Der Mensch gilt dabei als Fehlwirt, das heißt, die Dasselfliege hat ihn für ein Huf- oder Nagetier gehalten und aus Versehen bombardiert.

Die Dasselfliege: sieht harmlos aus. Täuscht aber.

Die Dasselfliege: sieht harmlos aus. Täuscht aber.


Weniger leicht erkennbar als die beulenverursachenden Fliegenlarven sind Bandwürmer. Von denen gibt es eine ganze Reihe Arten, die über verschiedene Zwischenwirte letztendlich im menschlichen Darm landen können. Einige wenige aber auch im Hirn oder der Leber. Der Schweinebandwurm wird bis zu sieben Meter lang. Der Rinderbandwurm bis zu zehn. Verrückt? Ja schon, aber nicht spitze. Der Fischbandwurm bringt es bei gutem Futterangebot auf 20 Meter.
Stück Dünndarm, von Spulwürmern befallen.

Stück Dünndarm, von Spulwürmern befallen.


Dagegen sind Spulwürmer lächerlich kurz, die Männchen werden nur 25, die Weibchen 40 Zentimeter lang. Freaks sind sie trotzdem. Über verunreinigte Nahrung gerät das Tier als Larve in den menschlichen Körper und macht dann nichts als Unsinn: Zuerst bohrt es sich durch die Darmwand, dringt in die Blutbahn ein und zieht zur Leber. Dort verwandelt es sich in eine neue Larve, wandert weiter zu Lunge oder Herz, verwandelt sich erneut. Diese mehrfach transformierte Larve zieht dann zum Kehlkopf, lässt sich dort vom Menschen runterschlucken und gelangt so über das Verdauungssystem in den Dünndarm. Da endlich ist sie am Ziel und verwandelt sich in einen unansehnlichen, weiß-gräulichen Wurm. Warum die Natur das so irrsinnig kompliziert eingerichtet hat? Na weil sie es kann.
Ach ja: Der fertige Wurm muss dann natürlich Eier legen, die mit dem menschlichen Kot ausgeschieden werden, damit die Larven dann von einem anderen Menschen verschluckt werden können. Es sind 200 000 Eier. Pro Tag.

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2 Kommentare

  1. Oh mein Gott und dann wird mir auch noch in meinem Reader das schreckliche erste Bild angezeigt anstelle der fluffigen unschuldig aussehenden Fliege!

  2. Boah, ich hätte den Spoiler Ernst nehmen sollen. Wobei es vermutlich noch jede Menge weiterer fieser Parasiten gäbe und ich so gesehen wieder dankbar bin. (Wie war das mit diesen Parasiten, die unser Verhalten beeinflussen?)

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