Zerteile und herrsche

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Auf der Liste der größten Arschgeigen des Tierreichs hat die Treiberameise ihren Spitzenplatz sicher. Gemeinsam mit Millionen rücksichtsloser Brüder und Schwestern marodiert sie durch die Dschungel Afrikas oder Lateinamerikas und killt alles, was irgendwie danach aussieht, als könnte es noch leben: Spinnen, Würmer, Vögel, Nagetiere, kleine Insekten, große Insekten. Auch Schlangen und Raubkatzenbabys werden attackiert und eilig in Einzelteile auseinandergenommen. Die Mörderbande hinterlässt auf ihrer Wanderung eine etwa 100 Meter breite Schneise des Todes, und wer Treiberameisen aus sicherer Entfernung beim Eskalieren zusieht, der ahnt: Diese Fanatiker töten nicht aus Hunger, sondern aus Hass. Dagegen waren die Roten Khmer Friedensbotschafter.
Die einzig halbwegs erfolgversprechende Überlebensstrategie ihrer Opfer ist die Flucht. Dann aber besser in die richtige Richtung, also nicht vor den Treiberameisen her. Die sind nämlich praktisch ständig unterwegs und bauen ihr Nest an wechselnden Standorten auf – wobei sie das Nest nicht wie normale Ameisen aus herumliegenden Baustoffen zusammenschustern, sondern sich einfach aneinanderhängen und dann selbst das Nest bilden. Die Jüngeren innen, die Älteren außen. Die Königin natürlich in der Mitte.
Die Wissenschaft kann bis heute nicht erklären, wie die komplizierten Konstruktionspläne eines lebendigen Nestes in den kleinen Ameisenköpfen Platz finden. Jedenfalls blieb wohl kein Raum mehr für innere Werte wie Gnade, Mitgefühl oder Anstand. Würde die Konferenz der Tiere beschließen, dass eine beliebige Spezies auf diesem Planeten umgehend ausgerottet gehört – bei der Treiberameise würde wohl keiner sein Veto einlegen.

Wer das Ausmaß der Niederträchtigkeit dieser Tierart mit eigenen Augen sehen will, kann auf Google nach der hervorragenden BBC-Doku Ant Attack suchen.

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